Seit einigen Tagen fallen mir die Plakate der neuen Swisslos-Kampagne (Schweizerische Lotteriegesellschaft) auf. Eine Seite in schwarz-weiss, gehalten, die andere in Farbe. Auf der schwarz-weissen eine Person am Arbeiten oder Malochen (z.B. auf dem Bau), auf der bunten Seite in der exakt gleichen Stellung (z.B. am Eincrèmen in den Ferien oder eben am Schuhe auswählen).

Da kommen mir alte Zeiten hoch, in denen Zeugen Jehovas an der Haustür klingelten und ihre Wachtum-Zeitschrift da lassen wollten…
Einmal, da liess ich mich interesse- und auch berufeshalber darauf ein. Das Gespräch war zu keinem grossen Nutzen. Der „Wachtturm“ hingegen schon, bzw. dessen Bildsprache:
Swisslos lässt grüssen! Die erste Hälfte war in schwarz-weiss gehalten, gespickt mit Bildern von Krieg, Gewalt etc. Die zweite Hälfte dagegen zeigte glückliche Familien – natürlich IN FARBE.
Die Moral – der Zeugen Jehovas – Geschichte: Tritt man/frau bei, ist man/frau erlöst und erlebt alles in rosarot. Nein, so deutlich wollen und können sie natürlich nicht sein, ihre Bildsprache ist es aber alleweil.
Und nun Swisslos: Wenn man/frau nur genügend Geld gewinn/erwirtschaftet/was weiss ich…, ist alles in Butter???
Natürlich ist Malochen nicht (immer lustig). Aber ständig Eincrèmen… – ich weiss nicht so recht. Auch ich ertappe mich hie und da beim Träumen – und das ist gut so. Ich weiss aber von vielen Arbeitslosen und auch Reichen, die also nicht tagtäglich arbeiten gehen (müssen), dass viel Zeit und purer Müssigang auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist und dass das Aushalten der Langeweile noch öder sein kann als das Aushalten einer (oberflächlich beurteilten) Arbeit.
Darum: ich schätze mich glücklich, eine Arbeit zu haben, die mich nährt (nicht nur materiell, sondern auch immateriell). Thanks.