Archiv für Mai, 2009

Was Swisslos mit den Zeugen Jehovas gemeinsam hat.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Gott, Humor mit Tags , , , , am 19. Mai 2009 von Matthias A. Weiss

Seit einigen Tagen fallen mir die Plakate der neuen Swisslos-Kampagne (Schweizerische Lotteriegesellschaft) auf. Eine Seite in schwarz-weiss, gehalten, die andere in Farbe. Auf der schwarz-weissen eine Person am Arbeiten oder Malochen (z.B. auf dem Bau), auf der bunten Seite in der exakt gleichen Stellung (z.B. am Eincrèmen in den Ferien oder eben am Schuhe auswählen).

Swisslos-Werbung

Da kommen mir alte Zeiten hoch, in denen Zeugen Jehovas an der Haustür klingelten und ihre Wachtum-Zeitschrift da lassen wollten…

Einmal, da liess ich mich interesse- und auch berufeshalber darauf ein. Das Gespräch war zu keinem grossen Nutzen. Der „Wachtturm“ hingegen schon, bzw. dessen Bildsprache:
Swisslos lässt grüssen! Die erste Hälfte war in schwarz-weiss gehalten, gespickt mit Bildern von Krieg, Gewalt etc. Die zweite Hälfte dagegen zeigte glückliche Familien – natürlich IN FARBE.

Die Moral – der Zeugen Jehovas – Geschichte: Tritt man/frau bei, ist man/frau erlöst und erlebt alles in rosarot. Nein, so deutlich wollen und können sie natürlich nicht sein, ihre Bildsprache ist es aber alleweil.

Und nun Swisslos: Wenn man/frau nur genügend Geld gewinn/erwirtschaftet/was weiss ich…, ist alles in Butter???

Natürlich ist Malochen nicht (immer lustig). Aber ständig Eincrèmen… – ich weiss nicht so recht. Auch ich ertappe mich hie und da beim Träumen – und das ist gut so. Ich weiss aber von vielen Arbeitslosen und auch Reichen, die also nicht tagtäglich arbeiten gehen (müssen), dass viel Zeit und purer Müssigang auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist und dass das Aushalten der Langeweile noch öder sein kann als das Aushalten einer (oberflächlich beurteilten) Arbeit.

Darum: ich schätze mich glücklich, eine Arbeit zu haben, die mich nährt (nicht nur materiell, sondern auch immateriell). Thanks.

Kopf gegen Bauch. Das alte Lied/Leid.

Veröffentlicht in Uncategorized am 5. Mai 2009 von Matthias A. Weiss

Wer kennt das nicht?

Ein Entscheid steht an und man/frau, weiss nicht, wie er/sie sich entscheiden soll.  Der Kopf rät zur Variante A und der Bauch zur Version B. Was nun?

Oft ist es doch so, dass wir gerade in jenen Momenten sehr stark mit uns und unseren Strategien und Mustern konfrontiert werden:

  • Den Kopf in den Sand stecken und abwarten…
  • Flucht nach vorne…
  • Andere um Rat fragen…
  • Vor lauter anderer Meinungen die eigene Stimme nicht mehr hören (wollen)…

Was macht da der/die Kluge? Guter Rat ist – wie immer – teuer. An dieser Stelle mal ein – m.E. – wertvoller Beitrag und doch ohne jegliche Kosten:

Neulich kam mir eine gute Unterscheidung entgegen, wie Kopf und Bauch unterschiedlich funktionieren:
Für den Kopf verläuft alles linear. Will heissen. Nach A folgt B folgt C… Wenn ich also A wähle, kann es nicht anders sein, dass B folgt. Das ist der Bereich der Logik, des Denkens und – eben – unseres Kopfes.
Das Leben funktioniert – zum Glück – aber nach (s)einer eigenen Logik. Eben derjenigen des Lebens. Diese verläuft nicht linear, sondern in in Zyklen. Will heissen: Heute bin ich im Tal, eines Tages aber auch wieder auf einem Gipfel. Eben wähnte ich mich auf einem Höhenflug, schon im nächsten Moment kann ich aber auch „abstürzen“.

Was bringt uns das nun? Und: Kommen wir damit weiter?

Meines Erachtens: Ja. Mir jedenfalls gibt es die Gewissheit und Zuversicht: Auf A muss nicht immer B folgen. Das Leben ist grösser, vielfältiger, überraschender, als es mein (beschränkter) Kopf sich je nur eträumen kann (und auch wagt). Es hat (s)eine eigene Lösung parat. Das beruhigt.