Archiv für alt

Leben und Erleben – damals und heute.

Veröffentlicht in Gesellschaft mit Tags , , , , am 20. Juli 2009 von Matthias A. Weiss

In ihrem Buch „Das volle Leben – Männer über 80 erzählen“ porträtiert die Schweizer Autorin Susanna Schwager Männer mit den verschiedensten Lebensentwürfen. Einer davon hat mich besonders fasziniert, nämlich derjenige von Eduard Neuenschwander, bzw. das, was er zu sagen hat. An einer Stelle nämlich sinniert er über das Leben und Erleben von damals und heute. Was er da zu sagen hat,  halte ich für äusserst wertvoll:

Zunehmend wird [...] das fehlende Leben und Erleben [der jungen IT-Generation, der Red.] mit Sensation kaschiert. Grosse Sprüche ohne Inhalt. Es tut so, als wäre etwas wichtig, spannend, neu und besser. Dabei ist es nur laut. Dahinter alles hohl, ein riesiger Beschiss. [...] Inhalt und Qualität sind [...] niemals laut, sie brauchen das nicht zu sein. Sie sind unscheinbar. Dem Leben selbstverständlich.

Da fasse ich erneut den Entschluss, mich nicht wieder bei jeder Zugfahrt von den Gratiszeitungen einlullen zu lassen.

Benjamin Button und die Seele.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Heilen mit Tags , , , , , am 27. März 2009 von Matthias A. Weiss

Benjamin Button und die Seele.

Benjamin Button und die Seele.

Im Film „Benjamin Button“ spielt Brad Pitt einen Mann, der alt zur Welt kommt und jung, bzw. als Baby stirbt.

So seltsam diese Geschichte ist und klingen mag, so treffend hat Oscar Wilde diese Begebenheit bei der Seele ausgemacht:

Die Seele kommt alt zur Welt, aber sie wächst und wird jung. Das ist die Komödie des Lebens. Der Leib kommt jung zur Welt und wird alt. Das ist die Tragödie unseres Daseins.

alt und berührend. young at heart.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Heilen, Religion mit Tags , , , , am 23. September 2008 von Matthias A. Weiss

War kürzlich wieder mal im Kino. Nicht dass ich mich jetzt gross darüber auslassen will, dass da früher  oft die besseren Filme liefen oder so… Auf alle Fälle habe ich es wieder einmal in ein Lichtspieltheater geschafft. Und: ICH LIESS MICH ÜBERRASCHEN UND BERÜHREN.

Young at heart“ hiess der Film und er handelt von einem etwas speziellen Chor. Dieser besteht hauptsächlich aus alten Menschen. Nein, nicht älteren, wie man/frau ja oft zu beschönigen meint. Nein, diese Menschen sind alt und sie stehen dazu (zwischen 70-90 Jahren).
Und sie singen. Und wie sie singen können. Es ging mir manchmal durch Mark und Bein. Und:

SIE HABEN MICH IMMER WIEDER BERÜHRT. Einfach immer wieder. So schön! Wie da ein alter Mann, der ständig auf sein Sauerstoffgerät angewiesen ist, ein als Duett vorgesehenes Stück der Band Coldplay vorträgt, im Wissen, dass sein Duett-Partner das Zeitliche erst vor ein paar Tagen gesegnet hatte, das ist einfach umwerfend und herzergreifend. Das muss man/frau gesehen und gehört haben. Seither höre ich dieses Stück, das sinnigerweise „fix you“ heisst mit anderen Ohren.

Wenn das nichts Weltbewegendes ist.

Ich wünsche mir, auch in meinem Alter so menschlich, so würdevoll, so powerfull und witzig sein zu können, wie die Menschen aus dem young@heart-Chor. Und so menschlich.