Archiv für Glaube

Atheismus, Naturwissenschaft und Glaube

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Gott, Religion mit Tags , , , am 3. Juli 2009 von Matthias A. Weiss
Werner Heisenberg

Werner Heisenberg

Der Physiker Werner Heisenberg soll einmal folgenden – wahren – Satz gesagt haben:

Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch – aber auf dem Grund wartet GOTT.

Da kann ich ihm nur zustimmen. Als Privatperson, wie als Theologe.

Beginnt man/frau naturwissenschaftlich zu denken,  kommen die Zweifel – und das ist auch gut so. Dringt man/frau aber immer weiter in die Materie und deren Beschaffenheit hinein und schafft man/frau es auch, diese nicht als allein-gültig und ewig-gültige, sprich, unfehlbare Wahrheit, sondern von Menschen gemachte, der Wahrheit so gut wie möglich angenährt, anzuerkennen, dann tut sich ein Raum auf für mehr… Und dort wartet dann eben der ewige Grund des Seins, den man/frau auch GOTT nennt.

Von Frage- und Ausrufezeichen. Oder: Zweifel vs. Glaube.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Religion mit Tags , , , , , am 2. Februar 2009 von Matthias A. Weiss

Evelyn Rogge - Der Glaube an die Wahrheit, beginnt mit dem Zweifel.

Evelyn Rogge - Der Glaube an die Wahrheit, beginnt mit dem Zweifel.

In seinem Buch „Geschichte der griechischen Philosophie“ beschreibt Luciano de Crescenzo eine wunderbare, kleine Geschichte über den Zweifel und den Glauben:

Es gibt auf der Welt Fragezeichen und Ausrufezeichen, die Soldaten des Zweifels und jene der absoluten Gewissheit. Wenn Sie einem Fragezeichen begegnen, haben Sie nichts zu befürchten: es ist mir Sicherheit ein anständiger Mensch, ein Deomkrat, jemand mit dem Sie diskutieren und verschiedener Meinung sein können. Die Ausrufezeichen dagegen sind gefährlich. Das sind Menschen mit festem Glauben, Leute, die früher oder später ‘unwiderrufliche Entscheidungen’ treffen.

Punks und Jesus

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben mit Tags , , , , , am 26. August 2008 von Matthias A. Weiss

Vor einiger Zeit – es war ein schöner, hilber Sommerabend in einer Schweizer Grossstadt – lag ich auf einer Wiese und erholte mich von der vielen Arbeit. Zunächst benötige ich immer eine gewisse Zeit, um „herunter“ zu kommen, anzukommen, bevor ich mich dem süssen Nichts-Tun hingeben kann. So auch jenes Mal.

Kaum war ich im Begriff, dorthin, in diesen Raum der Leichtigkeit und des Fliessens zu kommen, spielte mir mein Kopf einen Streich (wie so oft übrigens beim Entspannen!). Er sah, dass sich da, nicht weit von ihm, ein paar Punks nieder gelassen hatten. Sofort fragte er sich: Was machen die eigentlich den ganzen Tag? Müssen die nicht arbeiten?

Als sich die meisten verzogen hatten – wahrscheinlich eben um zu arbeiten (mischeln), Essen zu holen und Bier – es blieb nur eine einzelne Frau da, nebst ihren Siebensachen – da fing es an in mir zu dämmern: „Aha, die haben vor, da auch über Nacht zu bleiben.“ Und: „Wie verbringen die den lieben langen Tag nur? Nur mit faul herumliegen?“ usw. usw.

Mein Kopf, der eben gerne arbeitet und auch mich gerne arbeiten sieht, kann es nicht verstehen, wie mann/frau den ganzen Tag über nichts tun kann – und dabei glücklich sein kann. Das will er nicht begreifen? Vor allem das mit dem „Glücklich-Sein„. „So etwas gehört sich nicht (das mit dem Herumliegen“.

Und plötzlich legt es in mir den Schalter um. Es kommt mir eine Geschichte von Jesus in den Sinn. Jawohl, genau diese mit den Vögeln und den Lilien (Matthäus 6,25-34, siehe z.B. hier). Da frage ich mich alsbald: „Was ist denn eigentlich der Sinn des Lebens? Arbeiten bis zum Umfallen, so wie Du es immer wieder oft und auch gerne tust? Schau Dir diese Punks an, von diesen kannst Du noch so Einiges lernen im süssen NIchtstun.

Genau, recht hat(te) ER. Worin liegt eigentlich mein/der Sinn des Lebens? In Zukunft werde ich mich mehr an die Punks erinnern, wenn ich wieder einmal vor lauter Arbeit darin zu versinken drohe und nicht mehr weiss, wie ich nun das Leben geniesse. Thanks a lot.

PS: Eine witzige und liebevolle Verballhornung einer anderer Sorte von modernen Punks hier.