Archiv für Leben

Auf die Nase fallen und wieder aufstehen. Oder: Wie viel es braucht, bis man/frau etwas wirklich gelernt hat.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Gott mit Tags , , , , am 17. Juli 2009 von Matthias A. Weiss
Von der Raupe zum Schmetterling

Von der Raupe zum Schmetterling

Irgendwo habe ich einmal vernommen, dass man/frau etwas mindestens 21 Mal wiederholt haben muss, bis es wirklich gelernt ist und sitzt (ich stelle das einerseits bei Kindern fest, immer wieder aber auch bei mir selbst; natürlich bei anderen Inhalten).

Neulich habe ich diesbezüglich ein schönes Gedicht lesen dürfen:

1.
Ich gehe die Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren…Ich bin ohne Hoffnung
Es ist nicht meine Schuld
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2.
Ich gehe dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld
Immer noch dauert es so lange, herauszukommen.

3.
Ich gehe dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein…aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiss, wo ich bin
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4.
Ich gehe dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.
Ich gehe eine andere Strasse.

(Sogyal Rinpoche, Autobiographie in fünf Kapiteln)

Da nehme ich mir doch den Schmetterling als Vorbild. Lange Zeit als Raupe unterwegs, ächzend und stöhnen an die Erde gebunden. Probierend und versuchend – bis daraus ein wunderschönes, leichtes, buntes und prächtiges Lebewesen wird, das nicht mehr so stark an die Erde gebunden ist, stattdessen frei ist, sich da hin zu begeben, wo es möchte…

Miss Erfolg.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Heilen mit Tags , , , , , am 20. März 2009 von Matthias A. Weiss

Miss Erfolg

Miss Erfolg

In diesen Zeiten wird ja gerne etwas gejammert oder aber dann mit Instant-Erfolgsrezepten um sich geschlagen.  Vernünftige Worte und praktikable und gangbare Wege für sogenannte „Krisen“ sind rar.

Umso mehr hat mich folgendes Zitat von Catherine Ponder zum Thema „Erfolg“ inspiriert:

Wenn Ihnen etwas fehlzuschlagen scheint, dann bedenken Sie, dass der Grund dafür der ist , dass Sie in Ihren Wünschen nicht hoch genug gegriffen haben. [...]
Fehlschläge sind nichts weiter als Erfolg, der versucht, in grösserer Form hervorgebracht zu werden. Die meisten Misserfolge sind Abschlagszahlungen auf den Sieg

Leben vs. Wünsche. Oder: das Leben schreibt immer noch die schönsten Geschichten.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Glauben, Religion mit Tags , , , , am 18. September 2008 von Matthias A. Weiss

Letzthin wieder einmal so etwas grundsätzlich über das Leben im Allgemeinen nachgedacht. Dabei auf folgende Erkenntnis gestossen:

Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich unzufrieden bin. Unzufrieden, nicht das zu verdienen, was ich möchte, nicht mit denjenigen Menschen Kontakt zu haben, die wichtig sind, nicht das Auto zu fahren, das mir gerade am aller besten gefällt, nicht … zufrieden zu sein.

Was wäre wenn
Sicherlich ist folgendes Spiel bekannt: Was wäre, wenn?

  • Was wäre, wenn ich reich wäre und über unermesslichen Reichtumg und einfach unerschöpfliche Mittel verfügen würde?
  • Was, wenn ich von vielen, jungen und attraktiven Frauen nur so umschwärmt würde?
  • Was, wenn ich mich vor lauter Auswahl in meiner Garage gar nicht entscheiden könnte, welchen Wagen ich heute fahren möchte?
  • Was, wenn…

Ein Gedanke im Gras
Als ich so sinnierend im Gras lag, kam mir plötzlich Folgendes in den Sinn: Ich erinnerte mich an ein paar Abzweigungen in meinem Leben. Damit meine ich Zeiten, in welchen ich mich so und nicht anders entschieden habe. Was wäre, wenn?
Wäre ich dann glücklicher? Reicher? Zufriedener? …?

Um ehrlich zu sein. Ich weiss es nicht. Manchmal nerve ich mich über meine früheren Entscheidungen. Rückgäng machen lassen sich die wenigsten davon.
Manchmal freue ich mich aber auch an ihnen, dh., natürlich an anderen. Aber auch an solchen von früher. Aus tiefster Vergangenheit.

Als ich so im Gras lag und über die do’s and dont’s und die hätte-ich-doch-lieber und hätte-ich-doch-lieber-nicht meiner Vergangenheit nachdachte, war plötzlich die Erleuchtung da. Wie aus dem Nichts:

Zwar lief nicht immer alles so perfekt, wie ich es mir erträumt hatte in meinem Leben. Wenn ich aber etwas ehrlich zu mir bin, habe ich mich oft einfach vom Leben überraschen lassen. Und, das gebe ich zu, diese Überraschungen sind – aus der heutigen Sicht, also, im Nachhinein betrachtet – viel schöner und besser als alle meine damaligen Träume.

Hmm, das Leben schreibt eben doch die besseren Geschichten als jeder meiner möglichen und unmöglichen Wünsche. Aus der Vergangenheit und – da bin ich mir heute schon fast sicher – auch in meiner Gegenwart und wahrscheinlich sogar in meiner Zukunft.

Thanx.