Vor einigen Tagen ist mir der Brief meines so geliebten und leider viel zu früh verstorbenen Hausarztes in die Hände geraten, den er mir anlässlich meiner Praxis-Eröffnung als Heiler und freischaffender Theologe geschickt hat, handgeschrieben, rührend und auch (r)evolutionär:
Aus unserem Lokalblatt schaust Du sehr entspannt und frohgemut in die Welt und Deine Zukunft. Das freut mich sehr und ich gratuliere von Herzen zum „ho kairos“ [= griech.: der richtige Zeitpunkt, Augenblick. Ist der Name meiner Praxis (www.hokairos.ch)]. Einige Mühe hatte ich, das Wort in meinem (vom Urgrossvater ererbten) dreibändigen Griechisch-Lexikon zu finden [...]. An der Matur kannte ich jedenfalls die grossen Buchstaben immer noch nicht recht und hatte den Text sowieso stets „erraten“ müssen.
Gut gewählt hast Du den Praxisnamen – auf alle Fälle für Dich – und das ist die Hauptsache. Was den „allgemeinen“ Konsens betrifft, bin ich überzeugt, dass das Weltverständnis sich ändern wird in die Richtung, dass allgemein erkannt wird,
dass alles Geschehen
seinen Ursprung im Geistigen hat,
jedoch ist diese Erkenntnis bei Weitem noch nicht „Allgemeinwissen“.
Wenn sich ein gesundheitliches Problem zu „verknorksen“ beginnt, so kann gewiss nichts so sehr helfen wie „geistiges“ Heilen. Für den „Schulmediziner“ ist das Leiden dann oft noch nicht fassbar. Schwieriger wird es, hat sich das Leiden zu tiefst „materialisiert“, so sehr, dass z.B. ein Abszess entstanden ist: Dann hilft nur noch:
„Ubi pus, ibi evacua.“ [„Wo Eiter ist, dort entleere ihn.“]
Doch die meisten Krankheitsprobleme würgen sich in einem Zwischenstadium zwischen Geist und Materie herum, da hilft wohl die Reinheit und Ursprünglichkeit eines geistigen „Skalpells“ rascher und vor allem nachhaltiger. Oft sehen wir Krankheiten unter „schulmedizinischen“ Behandlungen völlig verschwinden, sie kommen aber wieder und wieder unter ganz anderen Symptomen. Die „Urstörung“, die im Geistigen liegt, ist eben nicht behoben worden.
Darum wünsche ich Dir nochmals viel Glück und Erfolg, die grundlegenden Störungen zu finden und angehen zu können
Das wird Dir viel Kraft abfordern. Es ist viel mühsamer, ein geistiges Skalpell zu führen als ein Materielles.
Mit herzlichen Wünschen, Dein (ziemlich) alter Hausdoktor. R.E.
DANKE!