Paradoxe Mobilität

Die neuste Ausgabe der Zeitschrift moneta widmet sich dem Thema der Mobilität und wundert sich darin auch, wie viel öffentlichen Raum wir dem Privatverkehr überlassen. Auf den Punkt gebracht gipfelt dieser Artikel schliesslich in einer Gegenüberstellung von Auto und (vermeintlicher) Freiheit:

Das Auto verspricht Mobilität, aber es immobilisiert seine Insassen mit Sicherheitsgurten. Es verspricht Freiheit, aber kein Raum ist so hoch reglementiert wie der Strassenverkehr. Es verspricht individuelle Fortbewegung, aber nirgends bewegt man sich so im Gleichtakt wie im Stau. Strassen sollen Menschen verbinden, aber kleine Kinder dürfen sie nicht allein überqueren.

Über Intimität

Was ist Intimität?
Intimität kann emotional, mental, sexuell, spirituell oder eine Kombination all dieser Faktoren sein. Sie ist eine starke Verbindung, welche nicht einfach so gewaltsam aufrechterhalten werden kann. Sie ist eine Gabe, ein willkommener Gast, der unangemeldet kommt und nach eigenem Gutdünken wieder geht.

Wie entsteht Intimität?
Nähe und Intimität sind wie Glück. Sie können nicht künstlich hergestellt,  erzwungen oder gar erkauft werden. Sie geschehen.

Beispiele der Intimität:
Zwei Menschen, die sich bei einer Tasse Kaffee unterhalten, können Nähe und Intimität verspüren; drei Leute, die beim Abendessen sitzen und es gut miteinander haben; zwei Freunde, die gemeinsam kochen oder zusammen ein Zimmer neu tapezieren; zwei Kumpels, welche angeln gehen; jemand, der betet; ein Paar, das miteinander tanzt; zwei Menschen, die sich an den Händen halten und schweigend den Sonnenuntergang geniessen etc. All diese Aktivitäten sind an sich keine Aktivitäten der Intimität und Nähe, können es aber sein. Genauso verhält es sich mit Sex.

Vorausssetzungen dafür:
Um intim oder nahe zu sein, müssen wir uns für den Augenblick von unserem Bedürfnis nach Kontrolle frei machen.

Hindernisse auf dem Weg zur Intimität:
Bestimmte Verhaltensweisen können Ersatz für Intimität werden: Klatsch, Schuldzuweisung, Strafe, Streit beginnen, Nörgeln, Verurteilen oder auch Selbstmitleid, aktive Sucht, unerledigte Störungen, Missbrauch oder Lügen.

Intimität ist …
Intimität ist, wenn ich dir sage, dass ich verletzt und wütend bin und dich bestrafen möchte, ich dies allerdings mit ruhiger Stimme und Verantwortung für meine Gefühle und Verhaltensweisen vortragen kann; und es demzufolge auch nicht tue …

Das gesunde Gegenstück der Intimität ist …
… natürlich die Fähigkeit zur Distanz, wenn wir uns also nach einer nahen Begegnung wieder in einen Zustand der Vollständigkeit und Eigenständigkeit zurückversetzen. Je sorgsamer wir mit uns umgehen, desto leichter fällt uns sowohl die Vereinigung als auch die Trennung, beides Bestandteile von Intimität und Nähe. Intime, enge Beziehungen erfordern ein stabiles und sorgfältig gepflegtes Ich beider Partner.
(nach: Melody Beattie, Unabhängig sein. Jenseits der Sucht, gebraucht zu werden)

Bittere Analyse

Bittere Worte in diesem – sowieso lesenswerten – Interview des Philosophen Frithjof Bergmann (siehe auch diesen Post) zum Thema der Arbeit:

Wir taten die falschen Dinge und empfanden es als Fortschritt, diese Arbeit langsam zu verrichten.

Heute dürfte sich diesbezüglich nach wie vor wenig daran geändert haben … Als möglichen Grund dazu, warum sich die grosse Mehrheit der Menschheit dazu verführen lässt, eine Arbeit zu verrichten, die sie müde macht und klein hält, um dann Dinge zu kaufen, welche sie nicht braucht, nennt Bergmann:

Vermutlich ist es eine Mischung aus Armut an Begierde und Mangel an Phantasie.

Die (ungeschriebenen) Regeln unserer Gesellschaft

In ihrem Buch Unabhängig sein. Jenseits der Sucht, gebraucht zu werden bringt es die Autorin Melody Beattie auf den Punkt, was die (ungeschriebenen) Regeln unserer Gesellschaft betrifft:

Hab kein Vertrauen, komm anderen nicht zu nahe, spricht nicht über Gefühle und sei nicht verwundbar.

Kein Wunder, dass auf diese Art und Weise Nähe und Intimität auf der Strecke bleiben … 😦

Über Grenzen des Möglichen

Der professionelle Slackliner Samuel Volery, welchem immer wieder einmal „Spinnerei“ vorgeworfen wird, in einem Interview über (sogenannte) Grenzen des Möglichen:

Ich sprenge nicht die Grenzen des Möglichen. Ich sprenge nur die Grenzen dessen, was Menschen als möglich erachten.

Worte, die man auch auf das (Geistige) Heilen anwenden könnte …

Über Genesung

Genesung ist ein heilender und ein spiritueller Prozess. Eine Reise, keine Bestimmung.

(Melody Beattie)

Die vier Machtkonzepte der Genesung

  • Machtlosigkeit akzeptieren
  • eine Höhere Macht finden
  • unsere persönliche Macht besitzen sowie
  • lernen, Macht zu teilen

(aus: Melody Beattie, Unabhängig sein. Jenseits der Sucht, gebraucht zu werden)