Festhalten vs. Vertrauen II

Halte nichts fest,
damit der Fluss der Liebe
nicht unterbrochen wird
und so alle erreicht.

Aber halte mich fest,
damit auch ich es spüren kann,
dieses Strömen,
das alles durchfliesst.

Johanna Arlt

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4 Gedanken zu “Festhalten vs. Vertrauen II

  1. Hoi Matthias,

    Diese Zeilen gefallen mir. Leider liegt es in der Natur des erwachsenen Menschen, immer alles festhalten und mit unserem Verstand kontrollieren zu wollen. Kindern gelingt das Loslassen noch viel besser. Sie leben einfach, sind einfach, ohne die ganze Zeit alles unter Kontrolle haben zu wollen. Loslassen ist das Gegenteil von festhalten. Ich kann mir vorstellen, dass gerade bei deiner Arbeit mit dem Handauflegen das Loslassen eine wichtige Rolle spielt. Nur wenn du loslässt, kann der Fluss der Liebe Gottes dich durchströmen und zu in denjenigen hineinfliessen, dem du die Hände auflegst. Würdest du während der Arbeit etwas festhalten wollen oder etwas bestimmtes erreichen wollen, würde dein Kanal sich verschliessen. Stimmt das so? Also ehrlich gesagt bin ich da ja überhaupt keine Spezialistin. Ich arbeite nicht mit geistigem Heilen. Ich kann es mir aber einfach so vorstellen, weil für mich das Loslassen eine sehr wichtige Rolle spielt und ich dieses zuerst lernen musste. Früher war ich jemand, der immer die Kontrolle über alles behalten wollte. Dadurch hatte ich dauernd tausende von Gedanken im Kopf, die mich davon abhielten, wirklich zu leben. Durch bestimmte Erlebnisse, die mich tief geprägt haben, lernte ich im Laufe der Zeit immer mehr loszulassen. Es ist noch nicht so, dass es mir gelingen würde, immer und in jeder Situation loszulassen. Aber ich übe das immer und immer wieder. Manchmal gelingt es mir aber durchaus einfach alles loszulassen und das sind die schönsten Momente, die ich jemals erleben durfte. In solchen Momenten fühle ich mich eins mit allem. In solchen Momenten hört mein Ego auf zu existieren. Wenn ich alles loslassen kann, dann bin ich meinem wahren Wesen näher als ich es jemals sonst sein werde. Ein Bild dazu: In Momenten, in denen ich völlig loslassen kann, bin ich mir bewusst, dass ich ein kleines Teilchen von etwas Grossem bin. Ein kleiner Tropfen Wasser in einem Fluss. Der Fluss fliesst unaufhörlich und trägt mich dorthin, wo ich sein soll. Ich muss mich nicht darum kümmern, wohin ich als Wassertropfen fliessen werde. Ich muss nur loslassen, mich fallen lassen und einfach darauf vertrauen, dass der Fluss mich führt und trägt, egal wohin und egal welche Hindernisse sich mir in den Weg stellen. Er wird mich bis ans Ziel geleiten, wenn ich bereit bin, mich ihm ganz anzuvertrauen, eben loszulassen, nicht mehr zu kontrollieren, was wann geschieht. Was denkst du dazu?

    Liebe Grüsse, Esperanza

  2. Hoi Esperanza,
    ja, da hast Du Recht. Heilen ohne Loslassen geht nicht.
    Und: Wie Du den Zustand beschreibst, nachdem Du losgelassen hast… Wunderbar. Danke.

  3. Johanna Arlt

    Hallo,
    wie schön, eines meiner Gedichte hier zu finden. Schließlich habe ich sie ja nicht zum bei mir festhalten geschrieben, sondern, um sie in den Fluss zu streuen. Das kommt mir so beim Lesen der schönen Kommentare. Habe auch ein Flussgedicht geschrieben, was dazu passt.
    Vielleicht habt ihr Interesse an einem Vortrag, gehalten beim Kongress „Liebe dich selbst“ im Okt. 08 in Bad Herrenalb. Da geht es um die Bedeutung der Hiobsgeschichte nach dem alten jüdischen Wissen und um die Tiefendeutung der Frage: „Wer bin ich“.

    Herzliche Grüße,
    Johanna Arlt

  4. Johanna Arlt

    Hier das erwähnte Gedicht:

    Dem Ziel entgegen

    Fließen mit dem Fluss,
    vorbei an unterschiedlichen Ufern,
    entlang den vielen Windungen,
    mal schneller, mal langsamer,
    getragen und im Fluss,
    entgegenströmen
    dem großen Ziel,
    das wir als Ahnung
    in uns tragen,
    fühlend in Momenten
    tiefster Berührung.

    Johanna Arlt

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