Unterschied zwischen Liebe und Co-Abhängigkeit

Diese Unterscheidung wurde nach dem Vorbild von Dr. Andreas Ruck, Berlin erstellt. Sie kann von seiner sowieso inspirierenden Webseite rund um das Thema „Liebe“ als pdf heruntergeladen werden. Mit freundlicher Genehmigung.

Wichtig ist, dass …

LIEBE CO-ABHÄNGIGKEIT
(Ja) Verantwortung für die eigenen Gefühle (Nein)
1. Etwas erzeugt Unbehagen.
2. Ich atme durch und nehme es an.
3. Ich teile mein Unbehagen präzise mit.
4. Bin evt. einige Minuten mit mir allein.
1. Etwas erzeugt Unbehagen.
2. Ich will, dass es weggeht.
3. Wer/was hat es ausgelöst?
4. Das muss sich ändern/Du musst dich ändern!
(Nein) Verantwortung für die Gefühle des/r Partners/in (Ja)
1. Ich spüre das Unbehagen des Partners.
2. Ich sehe es und nehme es an.
3. Ich teile mit, dass ich ihr/sein Unbehagen bemerke und es sein darf.
1. Ich spüre das Unbehagen des Partners.
2. Dies erzeugt mein Unbehagen (Schuld, Verantwortlichkeit …).
3. Wer/was hat es ausgelöst?
4. Das muss sich ändern/Du musst dich ändern!
Worstcase
Durch Unachtsamkeit einen der vielen Momente für eine liebevolle Begegnung verpassen – es kommen jedoch neue Momente.
. Nicht mehr geliebt zu werden.
. dass die Beziehung endet
. alleine zu sein.
Ja, Ich sage meine Wahrheit über die Beziehung/den Partner Nein
. weil uns jede Offenheit näher bringt.
. weil ich dazu ermutigt werde.
. weil die Gefahr besteht, den Anderen zu verletzen.
. weil ich dafür keine Unterstützung bekomme.
. weil das nur zu schmerzhaftem Streit führt.
Ich erfülle die Bedürfnisse des Anderen …
. wenn es mir eine Freude ist.
. weil es mein Bedürfnis zu schenken erfüllt.
. weil ich Angst vor dem Unbehagen des Partners habe.
. damit er/sie meine erfüllt.
. damit er/sie mich mehr liebt.
. sonst fühle ich mich schuldig.
. aus Pflicht.
. weil das zu einer Beziehung gehört.
(mir selbst) Meine Sicherheit beruht auf … (der Beziehung)
Ich habe mich selbst angenommen mit all meinen Gefühlen, Bedürfnissen und Mustern.
Ich versuche meine Angst zu minimieren, indem ich den Partner kontrolliere.
Schmerzhafter Streit beruht auf …
… beide wollen den Partner ändern.
… der Partner sagt das „Falsche“.
(Selbst-Verantwortung) Streit wird beendet durch … (Eskalation)
… das eigene Gefühl fassen und beschreiben, ohne Anklage.
… den Partner zurechtweisen, grollen, Dampf ablassen u.ä.
Treibende Kräfte für bleibenden Kontakt
1. Attraktion/Anziehungskraft
2. Be-Geist-erung
3. Bewusstsein, dass mehr durch den Partner
4. Liebe und Wachstum für mich möglich ist
1. Gewohnheit/Normalität
2. Sicherheitsbedürfnis/Angst
3. Angst vor dem Alleinsein
4. Bedürfnis nach Anerkennung, Zuwendung, Mitgefühl
Ich glaube, dass ich …
. wertvoll bin.
. liebenswert bin.
. wertlos bin.
. Zuneigung eigentlich nicht verdiene.
Das Besondere an der Beziehung ist …
… dass ich mich zur anderen Person hingezogen fühle.
… der/die andere mich liebt.
Wenn der Partner Nein sagt …
… höre ich die Bedürfnis(se) des Partners (als Geschenk), welches ihn in diesem Moment hindert, meinen Wunsch zu erfüllen.
… höre ich Zurückweisung und fühle ich mich verletzt.
Nähe ist …
. schön! Ich geniesse sie, immer dann, wenn sie sich einstellt.
. das Ergebnis meiner Freude und Freiheit.
. zwingend! Ich fühle mich ständig zurückgewiesen und versuche alles, um Nähe herzustellen (abhängiger Teil) oder
. bedrohlich! Ich fühle mich eingeengt und versuche meine Freiheit und Unabhängigkeit herzustellen.
Wichtig ist, dass …
. ich meine Wahrheit (was mir wichtig ist) lebe.
. mich mein Partner dabei unterstützt.
. ich wachsen und lernen kann.
. mein Partner zufrieden ist, ich ihn glücklich mache
. mein Partner seine Wünsche/Wahrheit zurückstellt.
. Stabilität, Sicherheit und Beständigkeit herrscht.
Unsere Beziehung ist …
. ein wunderschönes Geschenk zur Bereicherung meines Lebens.
. oft das Einzige, was mir Stabilität, Sicherheit, Glück und Zufriedenheit gibt.
Neues und Veränderungen sind …
. aufregend.
. bedrohlich.
Wenn der Partner sich verändert/verändern will …
. ermutige und unterstütze ich den Partner in seinem persönlichen Wachstum (auch wenn es sich anfühlt, als könne es uns trennen).
. mache ich in der mir eigenen Art deutlich, dass er/sie das bleiben lässt, weil jede Veränderung die Beziehung gefährdet.
Vertrauen entsteht durch …
. die Erfahrung, dass Nähe auch nach schwierigen Phasen wieder wächst.
. Sicherheit, dass sich mein Partner (aus der Angst vor dem Alleinesein) an alle (unausgesprochenen) Verabredungen/Regeln hält.
Wenn der Partner meinen (inneren) Raum betritt, und es gerade nicht passt, dann …
. achte ich die Gefühle, die bei mir entstehen, teile ich diese mit, und mein Bedürfnis nach eigenem Raum, sowie meinen Wunsch nach … Minuten des Alleinseins.
. reagiere ich oft ärgerlich, wütend, vorwurfsvoll (oft Anti-Abhängiger-Teil) oder
. kontrahiere ich innerlich und behalte ich meine Gefühle für mich und fühle ich mich sehr unwohl (oft der abhängige Teil).
Zeichen für meine sehr grosse Liebe ist …
. Offenheit, über alles zu sprechen.
. Energetischer Kontakt (Zwei ist mehr als eins.)
. Keine Angst vor den Reaktionen des Partners
. Vertrauen in die eigene Kraft, welche in Anwesenheit des Partners bei sich bleiben kann.
. dass ich mich sehr abhängig fühle („Ohne dich niemals!“)
. ich mir etwas Anderes nicht vorstellen kann und kaum andere Interessen habe.
Zeichen für die sehr grosse Liebe meines Partners ist …
. dass sie/er in meiner Gegenwart glücklich ist.
. seine/ihre Abhängigkeit von mir.
. dass er/sie es mir sagt und zeigt.
. seine/ihre Eifersucht.
(Ja)

(Nein)

Ich kann mich 100%-ig auf den Partner einlassen …  /
(bzw. suche unbewusst nach besserem Partner)
(Nein)

(Ja)

. weil ich keine Erwartungen an den Partner habe.
. weil ich mich dafür entscheide.
. weil er/sie nicht vollständig meine Bedürfnisse erfüllt.
. weil ich nicht genug Liebe bekomme/spüre.
. weil ich das Bild des perfekten Partners in mir trage (evtl. ja, weil ich doch keinen Besseren bekomme).
Ich sage, was mir nicht gefällt (Nein – abhängiger Partner)
. wenn es wichtig für mich ist, meine Gefühle durch Aussprechen zu erforschen.
. Angst vor dem Verlassenwerden, Reaktion, Wut.
. weil ich dabei nicht ermutigt werde (Ja – antiabhängiger Partner).
. sichert meine Autonomie und Kraft.
. verbessert den Parnter (damit er sich ändert).
Vertrauen habe ich, weil …
. ich mich selber als stark und liebevoll empfinde.
. ich weiss, dass mein Partner meine Schmerzgrenzen kennt.
. ich weiss, dass mein Partner nicht leichtfertig über meine Schmerzgrenzen geht.
. mein Partner sich gegen andere Frauen/Männer verschlossen zeigt.
. mein Partner Angst hat vor den Konsequenzen (meiner Wut, Ärger, Zorn, Rückzug), wenn er/sie meine Grenzen überschreitet.
. ich (auch sonst) meinen Partner gut unter Kontrolle habe.
. er/sie mir ausreichend oft seine Liebe versichert.
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Vor- und Nachteile von Psychoanalyse

Auf die Frage, weshalb der Psychiater Christian Peter Dogs der Psychoanalsye die Wirksamkeit abspricht, gibt jener in diesem Interview eine brutal ehrliche und direkte Antwort, welche über eine Kritik an der psychotherapeutischen Behandlungsmethode weit hinausgeht, sondern damit auch noch gleich unsere Gesellschaft sowie unser Gesundheitssystem einer kritischen Betrachtung unterzieht:

Es bringt dem Klienten nichts, ewig in seiner Kindheit rumzustochern und zu schauen, was da alles schiefgelaufen ist. Die Pharmaindustrie dankt es dem Psychiater, dass er das Trauma bewirtschaftet und den Patienten unter Medikamente setzt. Unsere Gesellschaft neigt dazu, Menschen unnötig zu pathologisieren. Wer traurig ist, wird wegen einer Depression krankgeschrieben, wer sich erschöpft fühlt, mit der Allzweckdiagnose Burnout stillgelegt. Viele bräuchten weder Psychoanalyse noch Medikamente, sondern eine erfahrene Bezugsperson, die ihnen hilft, einen klaren Blick auf die Gegenwart zu werfen und zu erkennen, welches die wichtigsten Belastungsfaktoren sind und welche Massnahmen die Situation verbessern.

Diese Aussage entspricht auch meiner eigenen Erfahrung und meinem Empfinden.

Der Geist des Geldes – Lektion in Vertrauen

Screenshot www.invidio.us

Auch in diesem Film sagt Lena Giger, Paarberaterin und Autorin, Weises; diesmal zum Thema Geld. Auf witzige und dennoch ernste Art stellt sie jenem Fragen, die auch uns betreffen. Als Antworten folgen dann Aussagen wie:

  • Geld hat nichts mit Fleiss, (viel) Arbeit, Aufopferung oder K(r)ampf zu tun. Es kommt zu uns.
  • Auch die Redewendung des Geld ver-dienens ist unangemessen.
  • Geld gefällt es besser, wenn es – wie beispielsweise Luft – als Gemeingut angesehen wird. Es ist nämlich stets so viel von ihm vorhanden, wie wir davon brauchen; und steht uns demnach auch immer so zur Verfügung.
  • Zuletzt unterscheidet Geld zwischen Herzenswünschen und solchen aus dem Ego. Für Erstere stellt es sich gerne zur Verfügung, für Letztere nicht.
  • Und schliesslich gibt uns Geld noch mit auf den Weg, dass wir alle mehr vertrauen dürfen, dass es also genau im richtigen Moment und zur rechen Höhe jeweils da ist.

Ebenfalls sehens- und hörenswert.