Esoterik als Tabu

Immer wieder einmal vernehme ich in den unterschiedlichsten Medien, dass jemand von sich sagt, er oder sie sei im Fall keinE EsoterikerIn. Was er/sie jeweils damit meint, ist gar nicht so klar. Hauptsache, man oder frau hat sich damit von irgend etwas abgegrenzt und distanziert; vor allem von etwas, das offenbar mit einem Tabu behaftet ist, ansonsten wäre es nicht so, dass die Interviewenden die Befragten damit durchgehen liessen. Es scheint so, dass mit obiger Antwort wie ein gemeinsamer Konsens hergestellt werden kann im Sinne von: „ich gehöre zu den Guten“, oder „mir kann man trauen“ oder „ich bin nicht verrückt (, aber die anderen (wer auch immer das dann ist.))“ etc.

Ähnlich, wie ich beispielsweise in meinem früheren Post Drei Fragen an Hugo Stamm argumentierte, dünkt es mich auch bei meinem heutigen Thema zumindest bemerkenswert, dass alles, was nicht sofort irgendwie rational und/oder sogenannt logisch oder gar wissenschaftlich – was auch immer das bedeuten mag – daherkommt, abgewehrt werden muss; beispielsweise mit der obigen Formel, um nicht zu sagen „Mantra“ … 😉

Käme jedoch einmal jemand daher, der oder die von sich behauptete „Ich bin EsoterikerIn“, wäre der oder die Sprecherin damit schlicht diskreditiert oder gar unglaubwürdig?

In meinen Augen nicht. Mich würde jener Satz erst recht neugierig machen, so dass ich mehr darüber in Erfahrung bringen möchte, was der oder die Interviewte damit wirklich sagen wollte. Stellt man/frau aber den gegenteiligen Satz in den Raum, scheint einen das offensichtlich zu schützen. Oder, die „ich bin keinE“-Satz soll dem Gegenüber die Angst nehmen, denn offenbar gehört Esoterik (wörtlich: die Lehre vom Inneren; als Gegenstück ist die Exoterik die Lehre vom Äusseren) zu einem unserer noch seltenen, aber deshalb umso mächtigeren Tabus – neben vielleicht demjenigen des Geldes oder dem der Sexualität.

Höre ich darum von jemanden überraschenderweise einmal, dass er oder sie glaubt, dem Übersinnlichen nicht gänzlich abgeneigt oder eben „esoterisch“ ist, so macht mich das hellhörig, weil ich dann wie automatisch davon ausgehe: Aha, wieder einmal jemand, der oder die sich Gedanken über das Innere macht und sich mit dem Offensichtlichen nicht so rasch abspeisen lässt, sondern da und dort auch hinter die Dinge blickt. Eine solche Aussagte stimmte mich also eher zuversichtlich. In diesem Sinne kann ich auch von mir gut und gerne feststellen: „Ich bin ein Esoteriker.“

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Wie man Vertrauen aufbaut

Der Glaube lässt sich mit einem Muskel vergleichen, der trainiert werden kann. Durch die wiederholte Erfahrung, dass wir vertrauen müssen, was wir nicht sehen, können wir allmählich lernen, Vertrauen zu haben in die Lösung der Probleme, wird unser Glaube gestärkt, eben wie bei einem Muskel.

(Melody Beattie; siehe dazu auch meinen gestrigen Post)

Unsere Psyche als Muskel

Wenn wir die Psyche mit einem Muskel vergleichen, dann ist die Vorstellungskraft unser am wenigsten entwickelter Muskel. Wir müssen es uns erlauben, positive Visionen der Zukunft in uns erblühen zu lassen. Denn es wird nichts Neues durch uns in die Welt kommen, was nicht vorher in unserem Bewusstsein Gestalt angenommen hat.

(Joanna Macy im Interview mit Geseko Lübke über die Welt als Geliebte)

Über Führung

In diesem Blog habe ich bereits verschiedentlich (hier, hier oder hier) über Führung/Gurus etc. geschrieben. Aktuell ein weiteres Zitat, welches in Sachen Führung den Nagel meines Erachtens auf den Kopf trifft:

Der Lehrer ist derjenige mit der grössten Erfahrung und dem ausgeprägtesten sechsten Sinn, und er führt das Team experimentell, ohne Landkarte und nur nach seinem Gefühl durch das Labyrinth. Der einzige Grund, aus dem man diesem Führer folgen würde, ist der, dass bei ihm die Wahrscheinlichkeit am geringsten ist, dass er einen falschen Weg wählt, dass er sich irrt oder schwach wird und sich verführen lässt.

(Lee Lozowick)

Was zählt

Frage ich nun aber: „Was brauchst Du wirklich?“, sind die meisten Menschen, besonders die Männer, sehr irritiert. Wir sind es nicht gewohnt, diese Frage gestellt zu bekommen. Selbst in der eigenen Beziehung oder Familie passiert dies selten. Wenn ich die Frage aber mit einem wirklich menschlichen Interesse wiederhole, dann höre ich immer wieder Erstaunliches: Ich höre nichts von Wünschen nach mehr Nahrung, einem grösseren Haus, schöneren Kleidern, einem noch abenteuerlichen Urlaub, einem grösseren Auto oder mehr Geld. Nein, ich höre bei dieser intimen Frage keine Wünsche nach äusseren Dingen. Was höre ich dann? Ich höre vom Hunger nach Anerkennung, von der Sehnsucht nach Liebe und Harmonie, vom Wunsch nach Versöhnung mit den Eltern, Kindern, Nachbarn und Kollegen. Dann weiter von der Versöhnung mit sich selbst, dem Wunsch nach innerer Zufriedenheit. Weiter höre ich vom Wunsch nach Gesundheit und gesunder Umgebung und Natur. Und ich höre auch von dem Wunsch nach Kreativität durch eine sinnvolle Arbeit. (aus: Uwe Burka, Jeder kann die Zukunft mitgestalten)

Hinweis zu einer dazu passenden Veranstaltung:
5. – 7. Januar 2018
Was ich wirklich brauche – Seminar zur Verwirklichung eigener Träume
Haus zur alten Farb
Farbweg 18
CH-8805 Richterswil

Über Genesung

Wenn eine Gesundung des Menschen geschieht, kann es nur den gesamten Menschen betreffen, daher werden im Prozess des Erwachsens nicht nur geistige, sondern auch emotionelle und körperliche Blockaden aufgehoben – ansonsten wäre der Prozess nicht komplett. (Jürgen Fischer)

Wahre Liebe

In einem – durchaus lesenswerten – Artikel über Polyamorie bin ich den Kommentaren dazu zu einer Beschreibung über die Liebe gestossen, welche ich gut und gerne mit einer Definition über die wahre Liebe betiteln möchte:

Es ist ein grosses Geschenk, in einer Beziehung zu leben, in der man über alles – wirklich alles – reden kann und sich bemüht, einander die Freiheit zu lassen. Freiwillig zusammen zu sein, ohne Verlustangst und Besitzanspruch, das ist wahre Liebe.

(Kommentar von Alexander Stebler, mit freundlicher Genehmigung)