Über die Suche nach Gott und das Gebet

In ihrem Buch Rebellion der Sehnsucht. Warum ich mir den Glauben nicht nehmen lasse schreibt die Journalistin und Bloggerin Khola Maryam Hübsch über ihren (muslimischen)  Glauben in einer Art und Weise, wie es mir bis anhin noch nie begegnete. Klar verständlich und nachvollziehbar, tiefgründig und da und dort einfach wunderbar.

Auf alle Fälle brachte mir die Autorin den Islam, bzw. die mystische Seite desselbigen äusserst nahe. Am meisten wusste mich eine Passage über das Gebet zu berühren, welches ich dankenswerterweise abdrucken darf:

Es gibt aber auch Gebete, die nicht erhört werden. Warum? Nicht immer ist Gottes Wirken sofort sichtbar. Und nicht immer ist die Erhörung eines Gebetes im Sinne des Betenden, und manchmal wird der Betende geprüft. Gott ist keine Wunschmaschine, Er entscheidet, welches Gebet Er annimmt. Die Vorstellung, jeder Wunsch sei erfüllbar, ist infantil. Und doch sind Gebete nicht grundsätzlich wirkungslos. Mit Medikamenten verhält es sich nicht anders.
Manchmal wirken sie nicht, Menschen sterben, trotzdem leugnen wir nicht grundsätzlich ihre Wirkung. Weise Eltern erfüllen ihrem Kind nicht jeden Wunsch. Würde jedes erdenkliche Gebet erfüllt werden, wäre Gott nur ein Gehilfe der eigenen Bedürfnisse. Zudem wäre die Freiheit des Menschen dahin: Ein Gott, der jeden Wunsch erfüllt, ist eindeutig ein Gott, den jeder erkennt, an den man glauben muss, den man nicht mehr leugnen kann. Allah ist aber ein Schatz, der gefunden werden möchte, der Pfad zu Ihm ist geheimnisvoll, anstrengend, mühsam, aber auch voller Überraschungen, Erkenntnisse und Schönheit. Gott ist keine Marionette unserer kindischen Phantasievorstellungen, kein Sklave unserer Wünsche. Er erfüllt Gebete in Seiner Weisheit, wenn Er es für richtig hält. Gebete werden manchmal auf andere Weise angenommen, auf eine Weise, die besser für uns ist. Allah ist der »wahre Freund« (33:18) der Gläubigen. Er ist ein Freund, der seinen Liebsten manchmal einen Wunsch erfüllt und auf sie hört, und manchmal tut, was Er selbst für richtig hält.

Zwar wünschte und wünsche ich mir auch heute noch hie und da, dass Gott einfach der grosse, gute Vater ist, welcher mir all meine Wünsche am liebsten schon gestern von den Lippen abliest. Dass mich solches Sehnen jedoch auch abhängig und unfrei macht/machen würde, wird mir je länger je bewusster.

Und schliesslich ist es mir aus der Begleitung von Menschen bekannt, dass Dinge, welche selbst gefunden werden, einen viel grösseren Wert für uns darstellen als Vorgekautes. Zwar erfordert ein solcher Weg immer wieder ziemlich viel Demut, doch, wie die 1980 Geborene schreibt, birgt er auch immer wieder viele Abenteuer. Und die möchte ich schon seit Längerem nicht mehr missen …

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Der Geist des Geldes – Lektion in Vertrauen

Screenshot www.invidio.us

Auch in diesem Film sagt Lena Giger, Paarberaterin und Autorin, Weises; diesmal zum Thema Geld. Auf witzige und dennoch ernste Art stellt sie jenem Fragen, die auch uns betreffen. Als Antworten folgen dann Aussagen wie:

  • Geld hat nichts mit Fleiss, (viel) Arbeit, Aufopferung oder K(r)ampf zu tun. Es kommt zu uns.
  • Auch die Redewendung des Geld ver-dienens ist unangemessen.
  • Geld gefällt es besser, wenn es – wie beispielsweise Luft – als Gemeingut angesehen wird. Es ist nämlich stets so viel von ihm vorhanden, wie wir davon brauchen; und steht uns demnach auch immer so zur Verfügung.
  • Zuletzt unterscheidet Geld zwischen Herzenswünschen und solchen aus dem Ego. Für Erstere stellt es sich gerne zur Verfügung, für Letztere nicht.
  • Und schliesslich gibt uns Geld noch mit auf den Weg, dass wir alle mehr vertrauen dürfen, dass es also genau im richtigen Moment und zur rechen Höhe jeweils da ist.

Ebenfalls sehens- und hörenswert.