Worte wie aus einer anderen Zeit – Psychoanalytiker Erich Fromm über das Glücklichsein, unser Wirtschaftsystem und noch so manches mehr

In diesem rund 40 minütigen Video spricht der Psychoanalytiker, Psychologe und Philosoph Erich Fromm über so verschiedene Dinge wie sein Aufwachsen, die Freud’sche Analyse, Karl Marx und die Religion, Kapitalismus, das Christentum, das Glücklichsein oder auch Armut und Reichtum. In seiner Analyse der damaligen Gegenwart (notabene: 1980 und früher!) fallen bemerkenswerte Worte, welche auch heute noch eine immense Wahrheit transportieren und darum auch Kraft haben. Hier ein paar Müsterchen:

Die Normalen sind die Kränksten. Die Kranken sind die Gesündesten.

Oder auch:

Glücklich der, der ein Symptom hat…

Die Zeit, um sich auf diese Zeitreise zu begeben, ist es meines Erachtens allemal wert.

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Schweizer Radio sendet Revolutionäres zum Thema Heilen


Wenn das Schweizer Radio und Fernsehen eine Sendung übers Heilen bringt, bei der ich beinahe zu allem Gesagten kopfnickend „Ja, das sehe ich auch so“ oder ähnlich sagen kann, dann erstaunt mich das. In der Input-Sendung vom 8. Oktober 2017 ist aber genau dies passiert! Ich kam aus dem Beipflichten beinahe nicht raus. Vor allem die Worte der Theologin Christa Gäbler-Kaindl und des Zahnmediziners Hans-Florian Zeilhofer, zwei der drei Leiter des relativ neu geschaffenen MAS-Studienganges in Spiritual Care, mochten mich zu berühren. Wenn während eines Interviews auf einem öffentlich-rechtlichen Sender Worte wie „Selbstheilungskräfte„, „es ist viel mehr möglich, als wir annehmen“ oder auch „spirituelles Heilen“ fallen, dann mag ich das. Hier nachhörbar.

Wie man Vertrauen aufbaut

Der Glaube lässt sich mit einem Muskel vergleichen, der trainiert werden kann. Durch die wiederholte Erfahrung, dass wir vertrauen müssen, was wir nicht sehen, können wir allmählich lernen, Vertrauen zu haben in die Lösung der Probleme, wird unser Glaube gestärkt, eben wie bei einem Muskel.

(Melody Beattie; siehe dazu auch meinen gestrigen Post)

Unsere Psyche als Muskel

Wenn wir die Psyche mit einem Muskel vergleichen, dann ist die Vorstellungskraft unser am wenigsten entwickelter Muskel. Wir müssen es uns erlauben, positive Visionen der Zukunft in uns erblühen zu lassen. Denn es wird nichts Neues durch uns in die Welt kommen, was nicht vorher in unserem Bewusstsein Gestalt angenommen hat.

(Joanna Macy im Interview mit Geseko Lübke über die Welt als Geliebte)

Die Zyklen sexueller Gemeinschaft

Gemäss dem spirituellen Lehrer, Autoren, Poeten und Sänger Lee Lozowick gibt es in Partnerschaften drei Zyklen sexueller Gemeinschaft, die da wären:

  • Vernarrtheit, Gleichgültigkeit, Zweifel
  • Einsicht, Frustration, Reue

sowie

  • Freier Moment, Disposition der Nicht-Erleuchtung, Mitgefühl

Ausprobieren …

(aus: Lee Lozowick, Transformation von Liebe und Sexualität)

Über Führung

In diesem Blog habe ich bereits verschiedentlich (hier, hier oder hier) über Führung/Gurus etc. geschrieben. Aktuell ein weiteres Zitat, welches in Sachen Führung den Nagel meines Erachtens auf den Kopf trifft:

Der Lehrer ist derjenige mit der grössten Erfahrung und dem ausgeprägtesten sechsten Sinn, und er führt das Team experimentell, ohne Landkarte und nur nach seinem Gefühl durch das Labyrinth. Der einzige Grund, aus dem man diesem Führer folgen würde, ist der, dass bei ihm die Wahrscheinlichkeit am geringsten ist, dass er einen falschen Weg wählt, dass er sich irrt oder schwach wird und sich verführen lässt.

(Lee Lozowick)

Leben ohne Obdach – ein Versuch

In seinem Buch Ohne Obdach berichtet der Pfarrer und Autor Matthias Unterwegs von seinem zweimonatigem Versuch, das Leben mit Obdachlosen zu teilen. Er tat dies zur Hälfte in Deutschland und zur Anderen in Frankreich. Auf den 156 Seiten seines Werkes beschreibt der Schriftsteller einerseits seinen Alltag, was jener in ihm auslöst und hin und wieder kommt er diesbezüglich ziemlich ins Sinnieren – über das Leben auf der Strasse, aber auch ganz allgemein. Unter anderem schreibt er:

Was können uns Obdachlose voraus haben?

Den Versuch einer Antwort liefert Matthias Unterwegs danach gleich selbst:

In einer Gesellschaft, in der auf Stärke und Durchsetzungsfähigkeit gesetzt wird, zählt Bedürftigkeit, zählt Um-etwas-bitten-zu-müssen zu den Schwächen, die unsere vermeintliche Unabhängigkeit gefährden. […]
Unsere scheinbare freie Gesellschaft ist [ja] bei genauem Hinsehen sehr starken normierenden Kräften unterworfen. Massenmedien und Werbung prägen Meinungen, Verhaltensweisen, Moden und Kaufentscheidungen. […]
Stehen [deswegen] Obdachlose auch für eine innere Freiheit, sich nicht jeder Norm und jeder Weisung zu unterwerfen, in gewisser Weise tun und lassen zu können, was sie wollen? Sie verweigern sich [ja] einem System, das oft genug in der Tiefe nicht lebensfördernd ist, auch wenn sie von den Brocken leben, die von den gedeckten Tischen dieses Systems fallen. Obdachlose müssen ständig loslassen, kommen zwangsläufig mit sehr wenig aus. Was bedeutet das angesichts so mancher von Wohlstandsballast überfüllten Wohnung?

Starke Beobachtungen und wichtige Fragen.