Was zählt

Frage ich nun aber: „Was brauchst Du wirklich?“, sind die meisten Menschen, besonders die Männer, sehr irritiert. Wir sind es nicht gewohnt, diese Frage gestellt zu bekommen. Selbst in der eigenen Beziehung oder Familie passiert dies selten. Wenn ich die Frage aber mit einem wirklich menschlichen Interesse wiederhole, dann höre ich immer wieder Erstaunliches: Ich höre nichts von Wünschen nach mehr Nahrung, einem grösseren Haus, schöneren Kleidern, einem noch abenteuerlichen Urlaub, einem grösseren Auto oder mehr Geld. Nein, ich höre bei dieser intimen Frage keine Wünsche nach äusseren Dingen. Was höre ich dann? Ich höre vom Hunger nach Anerkennung, von der Sehnsucht nach Liebe und Harmonie, vom Wunsch nach Versöhnung mit den Eltern, Kindern, Nachbarn und Kollegen. Dann weiter von der Versöhnung mit sich selbst, dem Wunsch nach innerer Zufriedenheit. Weiter höre ich vom Wunsch nach Gesundheit und gesunder Umgebung und Natur. Und ich höre auch von dem Wunsch nach Kreativität durch eine sinnvolle Arbeit. (aus: Uwe Burka, Jeder kann die Zukunft mitgestalten)

Hinweis zu einer dazu passenden Veranstaltung:
5. – 7. Januar 2018
Was ich wirklich brauche – Seminar zur Verwirklichung eigener Träume
Haus zur alten Farb
Farbweg 18
CH-8805 Richterswil

Advertisements

Eine neue Sichtweise auf die Arbeit 4.0

Im neusten Artikel des Blogs Beruf + Berufung kommt Bastiaan van Rooden, Chef der Produktedesign-Firma nothing.ch zu Wort. Neben seiner Aussage, dass wir uns doch wieder vermehrt dem Spiel – und damit auch dem Fehlermachen – hingeben sollten/dürften, weil wir dadurch am schnellsten und effektivsten lernten, beeindruckte mich eine weitere Antwort; und zwar diejenige zur Frage, wie denn die Arbeit der Zukunft, neudeutsch mit „Arbeit 4.0“ bezeichnet, ausschauen könnte. Dazu van Rooden:

Es ist absurd, dass mein Arbeitskollege und ich die Wirtschaft nur dann fördern, wenn wir je das Kind des anderen betreuen würden statt unser eigenes. Ich befürworte angesichts der Umwälzungen infolge der Digitalisierung auch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Es würde uns erlauben, wesentlich produktiver, ausgeglichener – ja menschlicher zu leben.

Über Krieg und die Manipulation von Massen – ein paar erschreckende, aber durch und durch wahre Aussagen

Im  lesenswerten Buch von Michael Tellinger, Das Ubuntu-Prinzip, zitiert der Autor ein paar erschreckende, aber durch und durch wahre Aussagen zu Themen wie ‚Krieg‘ oder auch ‚Manipulation der Massen‘:

Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Russland, noch in England, noch in Amerika, und ebensowenig in Deutschland. Das ist klar. Aber schliesslich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt … Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land. (Hermann Göring)

Übrigens dieselbe Philosophie, welcher sich George W. Bush meines Erachtens nach dem 11. September 2001 bedient hatte …

Paradoxe Mobilität

Die neuste Ausgabe der Zeitschrift moneta widmet sich dem Thema der Mobilität und wundert sich darin auch, wie viel öffentlichen Raum wir dem Privatverkehr überlassen. Auf den Punkt gebracht gipfelt dieser Artikel schliesslich in einer Gegenüberstellung von Auto und (vermeintlicher) Freiheit:

Das Auto verspricht Mobilität, aber es immobilisiert seine Insassen mit Sicherheitsgurten. Es verspricht Freiheit, aber kein Raum ist so hoch reglementiert wie der Strassenverkehr. Es verspricht individuelle Fortbewegung, aber nirgends bewegt man sich so im Gleichtakt wie im Stau. Strassen sollen Menschen verbinden, aber kleine Kinder dürfen sie nicht allein überqueren.

Bittere Analyse

Bittere Worte in diesem – sowieso lesenswerten – Interview des Philosophen Frithjof Bergmann (siehe auch diesen Post) zum Thema der Arbeit:

Wir taten die falschen Dinge und empfanden es als Fortschritt, diese Arbeit langsam zu verrichten.

Heute dürfte sich diesbezüglich nach wie vor wenig daran geändert haben … Als möglichen Grund dazu, warum sich die grosse Mehrheit der Menschheit dazu verführen lässt, eine Arbeit zu verrichten, die sie müde macht und klein hält, um dann Dinge zu kaufen, welche sie nicht braucht, nennt Bergmann:

Vermutlich ist es eine Mischung aus Armut an Begierde und Mangel an Phantasie.

Was wir heute zu unserer Religion machen

Informatives und erhellendes Interview mit dem Historiker und Autor Philipp Blom  auf SRF Focus über unsere heutige Zeit. Spannende, sinngemässe Bemerkung daraus:

Früher war der Glaube/die Kirche unsere Religion, danach die Politik (mit Begriffen wie ‚Kommunismus‘ oder ‚Faschismus‘) und heute ist es die Wirtschaft …

Erfahrungen mit einem Gemüse-Abonnement

Seit einiger Zeit teste ich die Vor- und Nachteile eines wöchentlichen Gemüse-Abonnementes. Woche für Woche gelangt nun also Bio-Gemüse praktisch vor meine Haustüre. Ziel dieses genossenschaftlich organisierten Angebots ist es, „Zugang zu lokal angebautem und frischen Bio-Gemüse zu verschaffen“ und so auch „eine Alternative zu einer vom Preisdruck dominierten Landwirtschaft aufzubauen„, wie es auf der betreffenden Homepage heisst. Gerne teile ich an dieser Stelle meine diesbezüglichen Erfahrungen:

  • Spinat kommt nicht aus dem Tiefkühlbeutel

Natürlich war mir dies auch schon zuvor bekannt und bewusst, doch hatte ich bis anhin weder Spinat selber gekauft noch (frisch) zubereitet. Ausserdem:

  • Selbst gekochter Spinat schmeckt wie „richtiger“ Spinat

Natürlich war mir auch dies klar, eine diesbezügliche (Ess- und Schmeck-)Erfahrung konnte ich bis dato allerdings nicht vorweisen … Dann:

  • Small is beautiful, macht aber auch mehr Arbeit

Irrigerweise habe ich mich bereits daran gewöhnt, dass Erdbeeren in Aprikosengrösse daherkommen und Kartoffeln beinahe mit der Gestalt von Kürbissen konkurrieren. Dass die Natur allerdings, wenn sie mehr oder weniger belassen wird, andere Grössen für ihre Früchte vorgesehen hat, als ich sie mir im Laden erwerben kann, hatte ich beinahe vergessen … Ebenso, dass kleinere „Einheiten“ halt auch mehr Arbeit mit sich bringen. Gross und ready to use sind jedoch Masse der Lebensmittelindustrie, die Natur liefert nicht normgerecht, dafür so, wie es für sie (und auch für uns) stimmt.

  • Aus den Augen aus dem Sinn

Bislang warf ich Dinge, welche ich nicht mag, einfach weg, ging ihnen aus dem Weg oder befasste mich schlicht nicht damit, um mich so nicht auseinanderzusetzen zu müssen … Was genau ist jedoch Grumolo, wie wird der zubereitet und wofür? Fragen über Fragen, die mich dazu zwangen, meine Einkaufs-, Koch- und Essgewohnheiten ziemlich zu durchleuchten. Passend dazu auch:

  • Was der Bauer nicht kennt, (fr)isst er nicht …

Dazu muss ich stehen. Dem war so! Mit diesem (Probe-)Abonnement habe ich immerhin hie und da meine Komfortzone leicht ausgeweitet. Da bin ich stolz drauf. Und schliesslich:

  • Eine selbstgemachte Karotten/Pastinaken-Suppe aus lauter regionalen Zutaten schmeckt nicht nur grossartig, sondern fühlt sich auch noch so richtig gut an

Nicht nur beim Zubereiten obiger Suppe erging es mir so, dass ich stolz war – auf mich und darauf, dass es so etwas wie regionalen Anbau überhaupt noch gibt -, sondern auch bei dessen Einnahme. Wie schmackhaft doch relativ einfache Gericht sein können! Wahre Glückmomente vor, am und nach dem Kochtopf also.