Über Führung

In diesem Blog habe ich bereits verschiedentlich (hier, hier oder hier) über Führung/Gurus etc. geschrieben. Aktuell ein weiteres Zitat, welches in Sachen Führung den Nagel meines Erachtens auf den Kopf trifft:

Der Lehrer ist derjenige mit der grössten Erfahrung und dem ausgeprägtesten sechsten Sinn, und er führt das Team experimentell, ohne Landkarte und nur nach seinem Gefühl durch das Labyrinth. Der einzige Grund, aus dem man diesem Führer folgen würde, ist der, dass bei ihm die Wahrscheinlichkeit am geringsten ist, dass er einen falschen Weg wählt, dass er sich irrt oder schwach wird und sich verführen lässt.

(Lee Lozowick)

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Über Gurus und so

Bereits gestern brachte ich hier ein Zitat aus dem Buch Das Licht, das keinen Schatten wirft von Vicki Mackenzie vor. An dieser Stelle nochmals ein Auszug. Diesmal über Gurus. Absolut lesens- und aufnahmewert:

Viele Westler haben eine falsche Vorstellung davon, was ein Guru ist. Sie meinen, wenn sie den vollkommenen Meister mit den vollkommenen Lehren finden, seien sie am Ziel. Sie glauben, dass der Guru sie auf jedem Schritt des Weges anleitet und sie führt. Es ist die Suche nach der Mami. Aber so ist es nicht. Ein echter Guru ist da, um den Leuten zu helfen, erwachsen zu werden und aufzuwachen. Die wahre Funktion eines Guru besteht darin, dich in die ungeborene Natur deines Geistes einzuführen, und die Beziehung ist eine des wechselseitigen Engagements. Die Schüler sollen das Tun des Gurus als vollkommene Buddha-Aktivität ansehen, machen, was ihnen der Lama sagt, und in die Praxis umsetzten, was immer er sie lehrt. Der Lama seinerseits ist verpflichtet, den Schüler oder die Schülerin auf dem ganzen Weg bis zur Erleuchtung zu führen […]. Darin liegen seine Glorie und die Gefahr seines Sturzes. Wenn es ein echter Lama ist, hast du die Gewissheit, nie verlassen zu werden. Wenn es kein echter Lama ist, öffnest du dich allen möglichen Formen der Ausbeutung.

To surrender

Ram Dass - Be love now. Der Weg des Herzens

Ram Dass – Be love now. Der Weg des Herzens

Der ehemalige Psychologe Ram Dass schreibt in seinem neusten Buch Be love now. Der Weg des Herzens, was es heisst, sich (einem Guru, der Liebe, Gott) hinzugeben:

Im Westen bedeutet Sich-Ergeben den Verzicht auf Macht. Sich aber dem Guru oder dem Geliebten zu ergeben, bedeutet eben nicht, dass man seine Macht einem anderen Menschen überlässt – es bedeutet, alles loszulassen, was dich getrennt hält. Jedes Aufgeben bringt dich weiter voran, tiefer in dein Selbst. Du ergibst dich dem Ort in dir, der dich über die Form hinausbringt.

Wie man einen echten Guru von einem Scharlatan unterscheiden kann

Die“ Unterscheidung der Geister“ ist wichtig. Wir lernen sie durch die Beziehung zu einer echten religiösen Tradition. Traditionen wie z.B. die jüdische, die christliche, die indische, der tibetische Buddhismus – ja vielleicht alle alten Traditionen dieser Erde – entwickelten einen echten Bezug zu einer höheren Welt. Aus solchen Traditionen und Linien, welche Klarheit schaffen, können wir lernen, mit unserem Geist und unserem Herz allmählich zu unterscheiden. Das ist das eine.
Das andere ist: Wir können natürlich auch eine echte Hingabe zu einem Guru entwickeln, der sich als Scharlatan erweist. Zwar machen wir eine schlechte Erfahrung – aber unsere Hingabe bleibt unsere Hingabe. Viele Menschen sind schon verletzt worden durch Derartiges – aber der Weg zu unserem Innersten ist nicht wirklich abhängig davon, ob der Guru echt oder nicht echt ist. Es geht vielmehr um die Frage, welches Risiko wir einzugehen bereit sind.

Sundar Robert Dreyfus in: Meier/Schmid (Hrsg.), Neumond – Vollmond. Grenzerfahrungen in kirchlicher und parapsychologischer Sicht, Theodor-Schmid-Verlag 2008.

Ach wie gut dass niemand weiss, was ein GURU heisst…

Was da der Autor und Gelehrte Jiddu Krishnamurti in seinem Buch „Gespräche über das Sein“ über Gurus und die Bedeutung dieses – bei uns – oft fälschlicherweise verstandenen Wortes sagt, sprengt Urteile und Wertungen:

Auf Sanskrit bedeutet das Wort „Guru“ einer, der zeigt, wie ein Wegweiser am Strassenrand. Man betet diesen Pfeiler jedoch nicht an und behängt ihn nicht mit Girlanden. Auch folgt man ihm nicht auf Schritt und Tritt und führt die geheimnisvollen Befehle aus, die ein Guru angeblich erteilt. Er ist nur ein Wegweiser am Strassenrand. Du liest ihn und gehst weiter.