Über die Verantwortung

Screenshot Wikipedia

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Wie im Wikipedia-Artikel über Verantwortung beschrieben, wurden und werden mit diesem Begriff in der allgemeinen Auffassung meist folgende „Dinge“ konnotiert: Pflicht, Rechenschaft ablegen, Folgen, Lob und Tadel oder gar Belohnung und Bestrafung etc. – auch ich „bekenne mich dessen schuldig“ …

Clinton Callahan, Gründer des bereits hier erwähnten Possibility Managements, brachte es fertig, mir zumindest ein paar (neue) Gedanken zu und über die Bedeutung von Verantwortung zu machen. In seinem Buch Wahre Liebe im Alltag schreibt er über die Praxis derselbigen Folgendes:

Uns wurde beigebracht, Verantwortung zu vermeiden. Wir sind trainiert worden, in Bezug auf Verantwortung unverantwortlich zu sein. […] Verantwortung ist der Lebensplan, den wir von unserer modernen Kultur geerbt haben. […] Wir vermieden Verantwortung, weil wir gelernt haben, dass
. Verantwortung schmerzhafte Konsequenzen nach sich zieht
. Verantwortung uns zum Schuldigen macht
. Verantwortung bedeutet, dass es unser Fehler ist
. Verantwortung bedeutet, dass man uns den Vorwurf machen kann
. Verantwortung bedeutet, dass wir bestraft werden
. Verantwortung eine Last ist, die schwer zu tragen und noch schwerer abzugeben ist.

Und weiter führt er aus:

Das Vermeiden von Verantwortung trennt uns von unseren Mitmenschen, der Natur und den praktischen Realitäten des Universums. Das Gegenteil dieser Vermeidungsstrategie ist das Übernehmen von Verantwortung für Verantwortung. [Dies] bedeutet:
. die Quelle sein für
. die Ursache sein von
. der Urheber sein von
. in Beziehung sein mit
. der Erfinder sein von
. besitzen
. sich kümmern um
. managen
. repräsentieren
. sprechen für
. Stellung beziehen für
. deklarieren
. die Konsequenzen tragen von
. etc.

Das Fazit, welches der Autor aus dieser Aufzählung zieht, lautet dann:

Verantwortung ist aussergewöhnliche Liebe in Aktion.

Und, wenn ich Clinton Callahan richtig verstanden habe, folgert er daraus, dass ein Mensch, welcheR Verantwortung für die eigene Verantwortung übernommen hat, erwachsen ist, bzw. ein erwachsenes Ich bekommt. Auf alle Fälle skizziert der Forscher in Sachen (radikaler) Verantwortung etwas später noch, wie jenes ausschaut:

DAS ERWACHSENE ICH
Der Ort, an dem du deine eigene Kraft und Intelligenz in der Gegenwart besitzt, ist das Erwachsenen-Ich. […:]
. Das Erwachsenen-Ich respektiert Menschen dafür, sich exakt die Probleme zu erzeugen, die sie brauchen, um den nächsten Schritt in ihrer eigenen Entwicklung zu bewältigen.
. Das Erwachsenen-Ich überlässt anderen Menschen ihre eigenen Probleme und übernimmt Verantwortung für selbst erzeugte.
. Das Erwachsenen-Ich rettet nicht, verfolgt nicht und spielt kein Opfer.
. Das Erwachsenen-Ich behält sein Zentrum, geht nicht an den Haken, bleibt präsent und geht in Kontakt, ist aufmerksam, hält Raum und hört und spricht verantwortlich und geistreich.

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Meine AufGabe

Kürzlich stolperte ich über das Wort Aufgabe. Natürlich ist mir die Bedeutung von zum Beispiel Rolle oder Pflicht bewusst. Dass meine AufGabe jedoch auch etwas mit LosLassen zu tun haben könnte, dass ich also mit meiner Rolle und/oder Pflicht aufhöre (n kann), ist noch neu für mich …

Ehrliche Worte zu unserem Umgang mit Gesundheit und Krankheit

In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger äussert der Arzt, Autor und Seminarleiter Rüdiger Dahlke klare und direkte Worte zu unserem Umgang mit Gesundheit und Krankheit im Allgemeinen, sowie zu demjenigen der Schulmedizin im Speziellen. Unter Anderem kommt der Alternativmediziner dabei auch auf den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung zu sprechen. Jenen verortert er darin, dass wir wieder

die Verantwortung für unsere Probleme übernehmen [müssen], denn die kann uns niemand abnehmen, auch der beste Arzt nicht. Es ist ein Jammer, dass wir im Deutschen Schuld und Verantwortung synonym verwenden. Tatsächlich geht es darum, Antworten zu finden auf die im Krankheitsbild deutlich werdende Aufgabe und ­Herausforderung des Schicksals. In anderen Sprachen zeigt sich das noch deutlicher: responsibilità, responsabilité, responsibility – es geht um die ­«ability to respond», die Fähigkeit, Antworten zu finden. Ich arbeite seit fast vier Jahrzehnten als Arzt und habe tausendfach erlebt, wie entscheidend es ist, dass die Menschen die Verantwortung für ihre Gesundheit nicht delegieren.

Auf die Frage, weshalb er ein derart starker Kritiker der Schulmedizin geworden ist, antwortet Dahlke folgendermassen:

Sie kann keine Krankheiten heilen. In der ersten Lebenshälfte gelingt es noch ganz gut, mit Medikamenten Symptome zu unterdrücken, in der zweiten Lebenshälfte bei chronischen Krankheiten ist das kaum mehr möglich. Und wenn doch, ist es kontraproduktiv. Natürlich kann man bei Rheuma mit sehr starken Medikamenten den Schmerz unterdrücken, aber das rächt sich ebenso sehr, wie wenn Sie im Auto die Warnlampe, die sie auf den fast leeren Benzintank aufmerksam macht, einfach überkleben.

Als Alternative schlägt er

Fasten, Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und ein Verständnis für die seelischen Ursachen der Krankheit

vor, also (mehrheitlich) Verhaltensänderungen. Denn – und jetzt folgt eine ziemlich klare Kritik am herkömmlichen System –

allzu oft sind Ärzte bloss noch Verwalter von Krankheiten und Medikamentenhändler. Die meisten Pillen helfen aber nicht den Patienten, sondern der Pharmaindustrie.

So, wie ich dieses Interview lese und verstehe, geht es Rüdiger Dahlke allerdings weniger um die Kritik am Status quo, sondern eher darum, unseren Umgang mit Gesundheit und Krankheit auszuweiten. Das lese ich u.A. auch an der folgenden Antwort ab:

Mir liegt daran, die wissenschaftlich-analytische Weltsicht durch eine spirituelle Dimension zu erweitern. Wenn wir die grundlegenden Lebensprinzipien nicht verstehen, die uns schon die antike Mythologie vor Augen führte, fehlt es uns an Orientierung.

Oder hierbei:

Mein wichtigstes Ziel ist es, ein Feld ansteckender­ ­Gesundheit aufzubauen. Zum Glück begreifen immer mehr Menschen, dass wir weder Gesundheit noch Glück kaufen können, auch wenn grosse Player davon leben, diese Illusion zu nähren.

Ein äusserst starkes Interview!