Wie man Vertrauen aufbaut

Der Glaube lässt sich mit einem Muskel vergleichen, der trainiert werden kann. Durch die wiederholte Erfahrung, dass wir vertrauen müssen, was wir nicht sehen, können wir allmählich lernen, Vertrauen zu haben in die Lösung der Probleme, wird unser Glaube gestärkt, eben wie bei einem Muskel.

(Melody Beattie; siehe dazu auch meinen gestrigen Post)

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Dreierlei Arten von Vertrauen

In seinem Newsletter schreibt der umtriebige Botschafter in Sachen Polyamorie, Christopher Gottwald, über unseren (sprachlichen) Gebrauch von Vertrauen. Jenen unterscheidet er dabei in drei Arten, nämlich in

    • Vertrauen aufbauen
    • Vertrauen schenken oder auch
    • Vertrauen haben.

Gottwald schreibt dazu:

Beim Aufbauen erarbeiten wir uns über einen längeren Zeitraum Vertrauen, indem wir durch Erlebnisse feststellen, dass mir die andere Person wohlgesonnen ist, und gehen immer mehr davon aus, dass es in Zukunft so bleibt. Beim Vertrauen schenken hoffe ich, dass die andere Person es gut mit mir meint, ohne dass ich dazu bereits Erfahrungen gesammelt hätte. Und schliesslich kann ich grundsätzlich Vertrauen haben, d.h. ich vertraue letztendlich mir selbst, dass ich damit umgehen kann, was andere Personen tun, bzw. dass das, was passieren wird, mir Erfahrungen schenkt, die für mein Leben wichtig sind.

Der Berliner folgert daraus, dass es man oder frau beim „Vertrauen aufbauen“ nur möglich ist, wenige Menschen zu lieben, nämlich eben diejeningen, welche man/frau schon länger kennt, wogegen beim „Vertrauen schenken“ grundsätzlich jede Person geliebt werden kann, wobei es dabei natürlich die Möglichkeit gibt, enttäuscht zu werden. Je mehr Vertrauen bzw. Selbstvertrauen allerdings jemand „hat“, folgert Gottwald, desto mehr werde man/frau andere Menschen lieben können.

Wahrlich schöne Aussichten.
(Mit freundlicher Genehmigung.)

Festhalten vs. Vertrauen I

In Ihrem Buch „Seidentanz“ schreibt Federica de Cesco einen wunderbaren Satz:

Mann kann sich nicht am Wasser festhalten, um in ihm zu schwimmen. Man muss ihm vertrauen.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Eine neue Wirtschafts- und Weltordnung am Horizont.

Neulich hatte ich ein spannendes Gespräch über das, was sich momentan in der Wirtschafts- und Finanzwelt abspielt. Mein Gesprächspartner dachte quer und meinte:

„Warum wollen und müssen wir eigentlich immer mehr? Was soll das? Wo führt das noch hin? Wir haben doch schon mehr als genug. Was wollen wir eigentlich noch? Es begann mit der Erfindung der MaschineN: Im Grunde haben wir diese erfunden, um weniger arbeiten zu müssen. Was machen wir aber? Wir arbeiten und produzieren damit noch mehr! Ausserdem müssen wir diesen ganzen Maschinenpark auch noch warten. Was soll das Ganze? Einfacher wäre es doch, endlich einmal etwas die Füsse hoch zu lagern und zu geniessen.“

Auf meine Frage, wie wir dies denn bewerkstelligen könn(t)en, meinte Tobias:

„Wir müssen redimensionieren. Bescheidener werden. Uns mit weniger genügen. Nicht im Sinne von auf alles zu verzichten. GOTT bewahre. Nein, wenn ich ab nächstem Jahr aber mein Stellenpensum reduzieren werde, werde ich immer noch gut leben können, werde aber über mindestens 20% mehr freie Zeit verfügen, mit der ich dann das machen kann, was ich wirklich möchte. Und: ich werde glücklicher sein. Ich habe ja bereits alles – ausser genügend sinnvoller Zeit für mich und meine Nächsten.“

Wahrlich, wahrlich: Weniger ist auch diesmal mehr.

Abstimmung: Werden wir mit weniger glücklicher sein?
( polls)

Vertrauen & Finanzen.

Momentan kommt mann/frau ja kaum um das Thema der Finanz(krise = griech.: Entscheidung) herum. Was mich dabei am meisten beschäftigt, ist, das Thema des Vertrauens.

Niemand traut mehr dem / der Anderen (Bank) über den Weg. Möglicherweise zu Recht. Nur: Wo kommen wir hin, wenn wir einander nicht mehr vertrauen? Ist Leben so überhaupt noch möglich?

Auf alle Fälle kommen wir damit nicht weit (wie wir aktuell ja gerade sehen). Dass nun praktisch alle Staaten – quasi einem Herdentrieb gleich – dasselbe tun und die maroden Finanzinstitue mit dicken Fallschirmen ausstatten, verhilft auch nicht gerade zu einem grössern Vertrauen in uns, unsere Staaten, Politiker, Geldhaushalte usw.

Was tun?

Guter Rat ist einmal mehr (sehr) teuer. Alles, was ich weiss, ist Folgendes:

Nur wenn jedeR von uns einem anderen Menschen wieder etwas mehr Vertrauen schenkt – jawohll, Vertrauen ist nach wie vor ein Geschenk: es besteht die Möglichkeit, dass es nicht angenommen wird, zurückgewiesen wird, gleich verspeist wird, nicht erwidert wird oder gar nicht beachtet usw. – nur, wenn also jedeR von uns einem Anderen wieder etwas davon schenken mag, kommen wir als Menschheit überhaupt erst wieder in die Gänge und dann (hoffentlich) auch wieder weiter. Die Entscheidung liegt bei uns!

Punks und Jesus

Vor einiger Zeit – es war ein schöner, hilber Sommerabend in einer Schweizer Grossstadt – lag ich auf einer Wiese und erholte mich von der vielen Arbeit. Zunächst benötige ich immer eine gewisse Zeit, um „herunter“ zu kommen, anzukommen, bevor ich mich dem süssen Nichts-Tun hingeben kann. So auch jenes Mal.

Kaum war ich im Begriff, dorthin, in diesen Raum der Leichtigkeit und des Fliessens zu kommen, spielte mir mein Kopf einen Streich (wie so oft übrigens beim Entspannen!). Er sah, dass sich da, nicht weit von ihm, ein paar Punks nieder gelassen hatten. Sofort fragte er sich: Was machen die eigentlich den ganzen Tag? Müssen die nicht arbeiten?

Als sich die meisten verzogen hatten – wahrscheinlich eben um zu arbeiten (mischeln), Essen zu holen und Bier – es blieb nur eine einzelne Frau da, nebst ihren Siebensachen – da fing es an in mir zu dämmern: „Aha, die haben vor, da auch über Nacht zu bleiben.“ Und: „Wie verbringen die den lieben langen Tag nur? Nur mit faul herumliegen?“ usw. usw.

Mein Kopf, der eben gerne arbeitet und auch mich gerne arbeiten sieht, kann es nicht verstehen, wie mann/frau den ganzen Tag über nichts tun kann – und dabei glücklich sein kann. Das will er nicht begreifen? Vor allem das mit dem „Glücklich-Sein„. „So etwas gehört sich nicht (das mit dem Herumliegen“.

Und plötzlich legt es in mir den Schalter um. Es kommt mir eine Geschichte von Jesus in den Sinn. Jawohl, genau diese mit den Vögeln und den Lilien (Matthäus 6,25-34, siehe z.B. hier). Da frage ich mich alsbald: „Was ist denn eigentlich der Sinn des Lebens? Arbeiten bis zum Umfallen, so wie Du es immer wieder oft und auch gerne tust? Schau Dir diese Punks an, von diesen kannst Du noch so Einiges lernen im süssen NIchtstun.

Genau, recht hat(te) ER. Worin liegt eigentlich mein/der Sinn des Lebens? In Zukunft werde ich mich mehr an die Punks erinnern, wenn ich wieder einmal vor lauter Arbeit darin zu versinken drohe und nicht mehr weiss, wie ich nun das Leben geniesse. Thanks a lot.

PS: Eine witzige und liebevolle Verballhornung einer anderer Sorte von modernen Punks hier.